Konzept
Stufe 4: Anstand in Graubereichen zeigen
Jeder Unternehmer steht vor Entscheidungen, die zwar legal und profitabel sein können, aber nicht als legitim gelten und das Gerechtigkeitsempfinden massiv verletzen. Was in Graubereichen nicht mit gesellschaftlich akzeptierten Gründen gerechtfertigt werden kann, gehört nicht zur Praxis verantwortungsvollen Unternehmertums. Der gesunde Menschenverstand ist mehr denn je gefragt.
Stufe 3: Langfristige Profitabilität und wirtschaftliche Ressourcen schaffen
Der finanzielle und ökonomische Erfolg ist ein wichtiger Teil gesellschaftlicher Wertschöpfung. Gesellschaftlich verantwortbar ist deshalb nur, was nachhaltig (jenseits von Jahresabschlüssen und spekulativen Auswüchsen) profitabel ist. Für das Streben nach ihren Wertbeiträgen müssen Unternehmer offen und breit über ihre langfristigen Gewinnvoraussetzungen kommunizieren.
Stufe 2: Gesellschaftliche Wertschöpfung anstreben
Schaden von der Gesellschaft abwenden ist allein noch keine Geschäftsgrundlage. Diese entsteht erst durch eine Verankerung jeder Geschäftsidee in den Bedürfnissen der Menschen. Wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen leisten wertvolle Beiträge durch eine Leistungserstellung, die sich am Gemeinwohl orientiert - und nicht dieses nur nebenbei fördert.
Stufe 1: Schäden für die Gesellschaft weder fördern noch dulden
Ausgangsbasis bildet das Bemühen, nicht wissentlich Schaden anzurichten. Dazu gehört, nicht gegen geltendes Recht zu verstossen und eigenes und fremdes Verhalten abzulehnen, das im Gewinninteresse gravierende soziale, ökologische oder kulturelle Schäden in Kauf nimmt.
Die Gemeinwohl-Pyramide
Für uns gibt es keine absolut gültigen Aussagen darüber, was im Wirtschaftsleben richtig und falsch ist. Wir werben stattdessen dafür, das eigene Handeln anhand von vier einfachen Grundfragen zu überprüfen, die sich am gesunden Menschenverstand auszurichten:
- Richtet mein Handeln Schaden an?
- Ist es gesellschaftlich sinnvoll?
- Ist es profitabel?
- Ist es anständig?
Die damit verbundenen Anforderungen an eine Gemeinwohlorientierung der Wirtschaft haben wir in der Gemeinwohl-Pyramide zusammengefasst, die Sie oben sehen können. Wenn Sie auf die einzelnen Stufen klicken, erhalten Sie eine detailliertere Erläuterung der vier Grundfragen.
Entlang dieser Pyramidenstruktur stellen sich die Teilnehmer unserer Initiative Schweizer Dialog der Diskussion über verschiedene Themen. Aktuell sind dies:
- Gerechte und faire Entlohnung
- Sicherheit des Arbeitsplatzes
- Generationenübergreifende Gerechtigkeit
Nach und nach werden wir weitere Themen zur Diskussion stellen.
Die Gemeinwohl-Pyramide bildet auch die Grundlage unserer gemeinsamen Erklärung. Wenn Sie sich für die wissenschaftlichen Grundlagen unseres Ansatzes interessieren, empfehlen wir Ihnen den Artikel «Public Value: Gesellschaftliche Wertschöpfung im Fokus der Führung» von Peter Gomez und Timo Meynhardt, den Sie hier als PDF herunterladen können.