Verantwortung jenseits der Firmengrenze?
In ihrem NZZ-Beitrag “Gesellschaftliche Wertschöpfung als Pflicht” plädieren Peter Gomez und Timo Meynhardt dafür, den Gemeinwohl-Beitrag von Unternehmen in den Blick zu nehmen und schlagen konkrete Umsetzungsschritte vor.
An dem Gerede über Gemeinwohl hätten alle Totalitaristen, von den Kommunisten bis zu den Faschisten, ihre wahre Freude. Das historische Wissen scheint bei Gomez/Meynhardt nicht sehr fundiert zu sein, sonst wären sie wohl ein wenig achtsamer.
Sehr geehrter Herr Betschart,
ich glaube nicht, dass Sie einen Denker wie Peter Drucker, auf den wir uns in diesem Aufsatz beziehen, einen Totalitaristen nennen können.
Meine Lesart der Ideengeschichte ist die, dass der Begriff des Gemeinwohls ein zutiefst liberaler ist. Wie sonst legitmiert sich Freiheit, wenn nicht durch Verantwortung? Schade, wenn diese wertvollen Wurzeln in einer Pauschalkritik so unter die Räder kommen. Im Übrigen ist Gemeinwohl für uns kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Ressource für gelingendes Leben des Einzelnen.
Mit freundlichen Grüssen,
Timo Meynhardt
Der NZZ-Artikel berichtet über eine typische Studi-Arbeit mit dem frommen Anspruch, im totalitären Kapitalismus ein Bio-Gärtchen einzurichten. Wie viele %-te sind denn die Vorgaben für jeden CEO zur jährlichen Gewinnmaximierung? Aktionäre und gerade die NZZ feiern, was Maximumwerte erreicht wie z.B. die Autoindustrie, der es wieder so glänzend geht.”Der rekordhohe Ausstoss von CO/2 im 2010… wurde nur unterbrochen in der Wirtschaftskrise 2009″ ! Was sind “die Bedürfnisse” der Menschen? Wer interpretiert sie? Und für globale Geschäftsausrichtungen: Decken sich Bedürfnisse in Nord und Süd? Sind zunehmende Waffenexporte eher gut für das “Gemeinwohl” der CH oder etwa das der AegypterInnen? Die ILO spricht über “das unanständige Niveau der Einkommens-/Vermögenskonzentration” und über systematisch grösser gewordene Einkommensungleichheiten der letzten 30 Jahre.
Industrien setzen ihre Bedürfnisse durch mittels Dominanz in Politik/Parlament(aktuell “Abzocker”-Init.)und Werbung/Medien (aktuell Pro-AKW-Propaganda NZZ)und erschaffen für Konsumeinheiten “Bedürfnisse”. Die Abfall-Bewirtschaftung beweist das. Kapitalismus ist nicht “ein bisschen” zu haben, sondern ausschliesslich als Endlosspirale(Wettbewerb),inharänt korrupt und patriarchal(keine weibl. CEO’s am SEF)
Ob das Gemeinwohl der Gesellschaften überhaupt mit der Diktatur des Kapitals kompatibel ist, ist die simplere – aber nicht kosmetische – Frage.
Die Freiheit und ihre Feinde:
Sehr geehrter Herr Betschart,
eine offene und freie (Welt-)Gesellschaft ist nicht voraussetzungslos. Wer über die Bedingungen von Freiheit und Entwicklung glaubt, bereits alles (total) zu wissen, kann sich sehr bald in der Gemeinschaft derjenigen wieder finden, denen Freiheit und Entwicklung – immer dann, wenn es nicht allein um die eigene Freiheit geht – den Angstschweiss auf die Stirn treibt.
Sehr geehrte Frau Kam,
…ist eine simple und gänzlich offene Frage!
Gesellschaftliche Wertschöpfung als Pflicht
Im “Gegenartikel” in der NZZ zum Beitrag von P. Gomez und T. Meynhardt greift Prof. Christian Hoffmann tief ins Arsenal der liberalen Wirtschaftstheorie (Tauschhandel, Privateigentum, Wettbewerb) um das Konzept der gesellschaftlichen Wertschöpfung zu entkräften. Damit schiesst er am Ziel vorbei, denn die beiden Autoren wollen nicht Unternehmensstrategien auf schwammige gesellschaftliche Ziele ausrichten, sondern es geht darum, den Unternehmen im Hinblick auf die veränderten Bedingungen in einer globalisierten Gesellschaft einige Leitplanken für ihr Handeln in der freien Marktwirtschaft zu setzen. Jedem der in den vergangenen 30 Jahren in der realen Wirtschaft tätig war, ist vielfach vor Augen geführt worden, dass die disziplinierende Wirkung des freien Wettbewerbs nicht mehr funktionierte und dass das Gegenstück zur unternehmerischen Freiheit – das Verantwortungsbewusstsein – im Streben nach maximalem kurzfristigem Gewinn unterging. Einige Stichworte genügen: Russland-Krise, Asien-Krise, Umweltskandale, IT-Bubble/Enron, out-sourcing in Länder mit sklavenartigen Arbeitsbedingungen und natürlich die jüngste Finanzkrise. Besonders fatal ist das Defizit an Verantwortungsbewusstsein in der Finanzindustrie, die die Krise herbeigeführt hat. Während weite Teile der Wirtschaft noch an den Folgen der Krise leiden, wehren sich die Verursacher lautstark gegen schärfere Vorschriften und Kontrollen und wollen ihr Casino der Spekulation mit Derivaten, Rohstoffen und Grundnahrungsmitteln, Hot Money etc. im alten Stil weiter betreiben als wäre nichts gewesen.
Angesichts dieser Entwicklungen erscheint es hoffnungslos, zukünftigen Schaden für Wirtschaft und Gemeinwohl allein durch Berufung auf liberale Werte abwenden zu wollen. Sicher, es braucht den “mutigen, eigensinnigen und gradlinigen” Unternehmer der freien Marktwirtschaft. Aber selbst ein Vollblut-Unternehmer wie Nicolas Hayek setzt ihm Leitplanken: er muss bereit sein, “den Menschen und der gesamten Gesellschaft zu dienen”; er muss bereit sein, “mit all seinen Ressourcen die Umwelt zu verbessern”; “seine Strategie muss die langfristige, nachhaltige Entwicklung sein, nicht sofortiger Finanzgewinn” und er muss *Motivator und Vorbild für seine Kollegen und Mitarbeiter sein”.
Es ist bestimmt für viele Unternehmer und Manager hilfreich, wenn Autoren wie Gomez und Meynhardt Konzepte und Instrumente entwickeln, mit denen sie die Ausrichtung ihres Betriebs auf die Ansprüche aller Stakeholders und auf das Gemeinwohl abschätzen und verbessern können.
Und für globale Geschäftsausrichtungen: Decken sich Bedürfnisse in Nord und Süd? Sind zunehmende Waffenexporte eher gut für das “Gemeinwohl” der CH oder etwa das der AegypterInnen? Die ILO spricht über “das unanständige Niveau der Einkommens-/Vermögenskonzentration” und über systematisch grösser gewordene Einkommensungleichheiten der letzten 30 Jahre.
Industrien setzen ihre Bedürfnisse durch mittels Dominanz in Politik/Parlament(aktuell “Abzocker”-Init.)und Werbung/Medien (aktuell Pro-AKW-Propaganda NZZ)und erschaffen für Konsumeinheiten “Bedürfnisse”. Die Abfall-Bewirtschaftung beweist das. Kapitalismus ist nicht “ein bisschen” zu haben, sondern ausschliesslich als Endlosspirale(Wettbewerb),inharänt korrupt und patriarchal(keine weibl. CEO’s am SEF)