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Schweizer Dialog: Tobias Frei ist neuer Teilnehmer

Aktuelles, Top - 4. April 2011 um 6.00 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Tobias FreiUnser Ziel ist es, die Initiative Schweizer Dialog zu vergrössern. Darum stossen immer wieder neue Teilnehmer zu uns und schliessen sich unserer gemeinsamen Erklärung an.

Heute begrüssen wir Tobias Frei als Teilnehmer beim Schweizer Dialog. Tobias Frei ist seit 2003 CEO der saw gruppe in Widnau. Wir haben ihm einige Fragen zu seinem Engagement beim Schweizer Dialog gestellt:

Was hat Sie bewegt, in dieser Initiative mitzumachen?

Da ist zuerst einmal meine grosse Dankbarkeit, in einem liberalen Land wie der Schweiz leben und arbeiten zu dürfen. Ich schätze es je länger je mehr, dass in der Schweiz sowohl die Mehrheit der Gesellschaft wie auch Teile der öffentlichen Hand der Überzeugung sind, dass der Staat den Menschen zu dienen habe und nicht umgekehrt. Obwohl ich noch vor einigen Jahren der Überzeugung war, mich politisch nicht zu positionieren, sehe ich heute die Notwendigkeit, mich gerade als Vertreter einer KMU in die wirtschaftspolitische Diskussion einzubringen.

Was verbinden Sie mit dem Gedanken des Schweizer Dialogs “Nicht zurück zur Tagesordnung”?

Wie ich aus meinen zahlreichen Kontakten zu anderen Unternehmen sehe, handeln deren mir gut bekannte Entscheidungsträger ausnahmslos mit hohem ethischen Anspruch. Es kann jedoch nicht sein, dass die Wirtschaft heute medial verkürzt beispielsweise als „Tummelfeld von raffgierigen Abzockern“ dargestellt wird. So wie ich Wirtschaft wahrnehme, handelt die bei weitem überwiegende Mehrzahl von Unternehmern und Managern mit – auch gegenüber der Gesellschaft – hohem Verantwortungsbewusstsein.

Die pauschale Verunglimpfung der rechtschaffenen Mehrheit der Entscheidungsträger in der Wirtschaft in Form von Skandalisierung und Personalisierung ist inakzeptabel und darf nicht toleriert werden. Inzwischen teilen sogar weite Kreise der Öffentlichkeit die durch die Medien vermittelte Sicht auf die Wirtschaft und sind der Ansicht, Wirtschaft laufe, so wie sie sich heute darstelle, der Erhöhung der Wohlfahrt entgegen. Hier gilt es, sich als Unternehmensführer hinzustellen und mit faktenorientierter Argumentation gegenzusteuern.

Die Initiative sieht die “Verantwortung für das Gemeinwohl” als Kompass für unsere Wirtschaft. Was kann ein Unternehmen denn realistisch überhaupt leisten?

Eine Unternehmung kann enorm viel leisten! Mich frappiert es demgegenüber immer wieder, wie in unseren Nachbarstaaten in blinder Staatsgläubigkeit Aufgaben der öffentlichen Hand übertragen werden, obwohl diese Aufgaben vielfach einzig zu einer Vergrösserung der Bürokratie wie auch zu unnötigen Regulativen führen. Meist widersprechen deren Auswirkungen den Interessen der Bevölkerung diametral. Kurt Tucholsky hat treffenderweise gesagt: “Das Gegenteil von Gut ist bekanntlich nicht Böse, sondern gut gemeint.”

Meines Erachtens können und sollen gewisse gesellschaftliche Aufgaben durchaus – und zwar vollkommen unabhängig von deren Grösse – von Unternehmen übernommen werden. So konnten verschiedene Unternehmen in den vergangenen Jahren zeigen, dass es auch für mittelständische Unternehmen sehr wohl möglich ist, einen gesellschaftlich relevanten Beitrag zur Erhöhung der Wohlfahrt zu leisten.

In letzter Konsequenz führt proaktives Handeln der Wirtschaft zu grösserer Akzeptanz derselben innerhalb der Gesellschaft. Vor allem aber führt die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung unter anderem dazu, dass nicht bei erstbester Gelegenheit nach staatlichem Korrektiv gerufen wird.

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