Lesenswert: Finanz- und Währungskrisen, die Zukunft des Staates und die Mutter aller Krisen
Unternehmensgewinne als Gründe für die Finanzkrise, eine fundierte Darstellung der Bankenregulierung in der Schweiz, eine Diskussion der zukünftigen Rolle des Staates und Wettbewerb in der europäischen Transferpolitik: Vier lesenswerte Artikel für diese Woche.
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Taming Leviathan: A special report on the future of the state
Der Staat der Zukunft ist das Thema eines Schwerpunkts der Economist-Ausgabe vom 17. März. Zehn Artikel beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven: «We are in a transition from a big state to a small state, and from a small society to a big society.» Die Aussage von Ma Hong, einer Top-Regierungsvertreterin Chinas, ist denn auch das zentrale Leitmotiv der Analysen. Unter anderem wird auch die Rolle von Technologie und guter Management-Praxis untersucht. Können Managementpraktiken aus der Privatwirtschaft den Regierungen helfen, effizienter und effektiver zu werden. Ausführlich wird auch der Einfluss der Gesundheitskosten in den entwickelten Ländern auf Regierungsbudgets besprochen.
The Economist, Ausgabe vom 17. März 2011, Link zum Artikel
Die Mutter aller Finanzkrisen: zu hohe Unternehmensgewinne
Werner Vontobel, Wirtschaftskolumnist beim Ringier Verlag und Autor diverser wirtschaftspolitischer Fachbücher, vermutet in zu hohen Unternehmensgewinnen eine wesentliche Ursache der Finanzkrise, die bisher zuwenig diskutiert worden sei. Dadurch, so Vontobel entstehe eine schiefe Verteilung der Haushaltseinkommen und die Finanzierung des Unternehmenssektors gerate aus dem Lot. Für Vontobel steht deshalb fest: «Das Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt muss wieder hergestellt werden.»
Werner Vontobel bei oekonomenstimme.ch, 14. März 2011, Link zum Artikel
Lesen Sie dazu auf schweizerdialog.ch: «Die Krise der Anderen», ein Gespräch mit Peter Gomez, Alain Bandle und Roman Geisser.
Massnahmen und Auswirkungen der Bankenregulierung
vimentis.ch ist eine Schweizer Plattform, die sich der politischen Information und dem Meinungsaustausch verschrieben hat. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Bankenregulierung sind Gegenstand einer ausführlichen Darstellung von vimentis. Der Artikel versucht – ohne Stellung beziehen zu wollen – wie solche Massnahmen aussehen und was die zu erwartenden Folgen sein könnten. Eine lobenswert ausführliche und verständliche Abhandlung zu diesem Thema.
Vanessa Kuster, bei vimentis.ch, Link zum Artikel
Lesen Sie dazu auf schweizerdialog.ch: «Ein Vorschlag zum Masshalten: Das 100-Prozent-Geld» von Hans Christoph Binswanger
Politische Basteleien lösen die Euro-Krise nicht
Europas Währungsunion ist auch eine Transferunion. In dieser Solidargemeinschaft fliessen Transferzahlungen, aktuell zu sehen etwa in der Diskussion um die Euro-Krise. Die Nähe von Leistungswettbewerb unter den EU-Staaten und der Solidarität unter den Mitgliedern ist Gegenstand eines Beitrags in der Neuen Zürcher Zeitung von Karl Meessen, Rechtsanwalt und ehemaliger Jean-Monnet-Professor in Jena. Er fordert mehr Elemente des Leistungswettbewerbs in der europäischen Union und eine verstärkte Kontrolle der Defizitsünder durch den Markt.
Karl Meessen in der NZZ vom 21.03.11, Link zum Artikel
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