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Sind Boni das Problem – oder nur deren Höhe?

Aktuelles - 8. Juni 2010 um 9.54 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Die Teilnehmer des «Schweizer Dialogs» haben Stellung bezogen und Aussagen zu verschiedenen Themenbereichen gemacht. Dabei gibt es natürlich Gemeinsamkeiten, aber hier und da auch Unterschiede.

Schauen wir uns mal eine spezielle Frage aus dem Themenbereich «Gerechte und faire Entlohnung» genauer an: Die aktuell auch andernorts diskutierte Frage nach der Legitimität von Boni.

Leidet Teamarbeit unter individuellen Boni?

Klar gegen individuelle Boni spricht sich Margit Osterloh aus, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich: Ihrer Meinung nach sollte es keine Extra-Boni jenseits marktgerechter Löhne geben. Die Begründung:

«Sie beeinträchtigen die intrinsisch motivierte Leistungsbereitschaft, auch dann zum Firmenwohl beizutragen, wenn dieser Beitrag nicht individuell zugerechnet werden kann. Das ist bei Teamarbeit regelmässig der Fall.»

Teamarbeit kann also leiden, weil sie nicht so Boni-wirksam ist wie individuell zurechenbare Leistungen – ein kaum wünschenswerter Effekt. Nicht ausschliessen möchte Osterloh hingegen allgemeine Gewinnbeteiligungen; diese förderten im Unterschied zu individuellen Boni schliesslich die Solidarität unter den Mitarbeitenden (hier können Sie das Statement von Margit Osterloh diskutieren und bewerten).

Übertreibungen sind das Problem

Die meisten anderen Mitglieder der Gruppe sehen nicht im System der Boni an sich, sondern in deren Höhe das Problem. «Leistung und Lohn müssen zwingend in einem gesunden Verhältnis stehen. Übertreibungen schaden nicht nur der Glaubwürdigkeit des Managements, sie untergraben die Reputation des Unternehmens», sagt etwa Thomas Buberl, CEO des Versicherers Zurich Schweiz (Statement diskutieren). Das sieht Sybille Sachs, Leiterin des Instituts für strategisches Management an der HWZ, nicht anders: Sie fordert: «Langfristigen Gemeinsinn statt gieriger kurzfristiger Unsinn», nur faire Anreizsysteme förderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg (Statement diskutieren).

Einen konkreten Vorschlag hat Ulf Berg, Mitgründer der Investmentgesellschaft BLR & Partners: Boni «sollten etwa die Grössenordnung des Basis-Salärs haben», alles andere sei Söldnertum. Und: Wenn es in der Krise zu Kürzungen bei Honoraren, Salären und Boni komme, müsse das obere Kader diese von ihm beschlossenen Massnahmen auch mittragen (Statement diskutieren).

Dieser Text ist Teil unseres Themenschwerpunkts «Managerlöhne und Boni». Hier finden Sie alle bisher zu diesem Thema erschienenen Beiträge.

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Kommentare

  1. [...] der Diskussion über die Höhe und Legitimität von Boni schwingt oft auch die Frage nach der Messbarkeit von Leistungen mit, die dem Prinzip nach belohnt [...]

  2. [...] Dialog ist das ehrliche Ziel; zu Themen wie generationenübergreifender Gerechtigkeit oder den hohen Boni der Finanzbranche soll diskutiert werden, der tatsächliche Wert in der Kommentarspalte [...]