Prof. Dr. Timo Meynhardt
Die gesellschaftliche Festlegung von Gehalts-/Lohnobergrenzen ist langfristig ökonomisch nicht sinnvoll. Kein gesetzliche Regelung der Welt kommt ohne Akzeptanz in der Bevölkerung aus. Es zählt, was von der Gemeinschaft getragen wird!
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Sie sind für Mindestlöhne Herr Meynhardt. Einverstanden, wenn man ein Marktversagen an den Lohnuntergrenzen durch staatliche Sozialleistungen etc. annimmt. Gleichzeitig sind Sie gegen staatliche Lohnobergrenzen. Was passiert aber, wenn die Gesellschaft ein Marktversagen an der Obergrenze feststellt? Dann, wenn bei einer unselbständigen Tätigkeit (ohne Risiko für das eigene Privatkapital) eine nach oben offene Entlohnung winkt und nach unten nur eine Entlassung mit ordentlicher Abfindung.
Sollten wir das Marktversagen nicht auch dort gesellschaftlich thematisieren?
Thematisieren sollten wir es schon – aber eben nicht per Gesetz regeln. Dies zum einen deshalb nicht, weil man immer Mittel und Wege findet, Regeln legal zu umgehen. Zum anderen wird es auch gesellschaftspolitisch motivierte Gegenbewegungen geben, wenn das Gerechtigkeitsempfinden massiv verletzt wird. Das ist m.E. viel effizienter als das Katz-und-Maus-Spiel zwischen allen Beteiligten.